Katholisch

Katholische Kirchengemeinde „Heilige Maria – Königin des Friedens“ Stockstadt

Eine Kirche in der Diaspora

Die endgültige Bekehrung der Hessen zum Christentum, ihre Einbeziehung in die fränkische Reichskirche und in den Verband der römisch-katholischen Christenheit ist das Werk des Apostels Bonifatius im 8. Jahrhundert. Stockstadt als Kirchdorf wurde in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts zum ersten Mal urkundlich im Reichsurbar des fränkischen Königsgutes und späteren Klosters Lorsch erwähnt. Darüber hinaus wird Stockstadt in einer von Papst Luzius III. am 21. November 1184 in Verona datierten Urkunde zum Mainzer Kloster St. Alban gehörend urkundlich verzeichnet.

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Die Entstehungszeit geht jedoch bereits auf die Jahre 830 bis 850 zurück, wie aus Eintragungen in sogenannten Güter- und Zinslisten des fränkischen Königsgutes Lorsch nachzulesen ist. Nach der Einführung der Reformation durch Landgraf Philipp von Hessen im Jahre 1535 und der „Umtaufe“ kamen nur noch vereinzelt Katholiken in die nun protestantisch gewordenen Riedgemeinden. In der Pfarrgeschichte der katholischen Pfarrei Gernsheim ist aufgeführt, dass die Stockstädter Katholiken von 1828 bis 1925 nach Gernsheim „eingepfarrt“ waren.In den Folgejahren war eine Zugehörigkeit nach Griesheim und Goddelau zu verzeichnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen in den Jahren von 1946 bis 1948 über 600 Heimatvertriebene überwiegend aus dem katholischen Sudetenland im heutigen Tschechien. Bis dahin lebten nur wenige Katholiken in der Riedgemeinde Stockstadt.

Die Ankunft der vielen Heimatvertriebenen ins hessische Ried führte dazu, dass Biebesheim, das bis dahin eine Gernsheimer Lokalkaplanei war, 1956 zur selbständigen Pfarrkuratie erhoben wurde, zu der nunmehr Stockstadt als Filialkirchengemeinde gehörte. Da bereits seit dem Jahre 1851 in der Kirche des Landeshospitals Hofheim (Phillippshospital) ein eigener Gottesdienst für Katholiken gefeiert wurde, besuchten die Stockstädter Katholiken dort meist zu Fuß die Sonntagsmesse. Nach Übernahme der Pfarrkuratie Biebesheim durch Pfarrer Heinrich Schäfer und der Feier von Gottesdiensten in Privatwohnungen sowie der Stockstädter Schulturnhalle, hatte man sich bereits im Frühjahr 1957 entschieden, eine eigene Kirche zu errichten.

Nach der kostenlosen Übereignung eines Grundstücks in der Jakob-Friedrich-Nold-Strasse durch die politische Gemeinde, konnte bereits am 24.11.57 mit dem Bau begonnen werden.

kat2Der Bau wurde überwiegend in Eigenhilfe und unter großen materiellen Opfern in über zwei Jahren bewältigt. Im Sommer 1960, am 31. Juli,  wurde durch Dekan Held im fertig gestellten Rohbau der Grundstein eingefügt. Zu Pfingsten 1961 feierte die junge Kirchengemeinde feierlich ihren ersten Gottesdienst. Am 07.07.74 fand dann die offizielle Kirchweihe durch den damaligen Bischof Hermann Kardinal Volk auf die Kirchenpatronin „Heilige Maria, Königin des Friedens“ statt. Seitdem ruhen im dortigen Altar Reliquien der beiden Heiligen Klara und Ursula. Nach der Gründung eines Kirchbau-Fördervereins 1986 konnten in den Jahren 1988 bis 1990 erhebliche Umbaumaßnahmen eingeleitet werden, an der sich zeitweise über 40 freiwillige Bauhelfer einbrachten. Dabei wurde das Kirchengebäude um den Eingangsbereich mit Gebetskapelle und Kirchturm erweitert und nach dem Hinzukauf des Nachbargrundsstücks der Bau der Begegnungsstätte ermöglicht und im Jahre 1991 vom damaligen Weihbischof Franziskus Eisenbach eingeweiht. Im Jahre 2010, dem Jahr der 50. Wiederkehr der Grundsteinlegung, ging für die noch junge Kirchengemeinde ein lange gehegter Traum in Erfüllung: eine eigene Pfeifenorgel. Heute hat die katholische Kirchengemeinde Stockstadt rund 1200 Katholiken.

 

 

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